Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferdestärken. So könnte man die Sehnsucht nach einem Arbeitsleben „on the road“ zusammenfassen. Was im ersten Moment romantisch klingt, braucht in der Umsetzung eine disziplinierte Planung, viel Know-how und monetären Einsatz. Vor einigen Jahren habe ich das Thema seriös in Angriff genommen und auf unterschiedlichen Touren meine Erfahrungen mit dem Traum vom mobilen Arbeiten an den schönsten Orten des Kontinents gemacht. Auf den folgenden Seiten will ich von A bis Z, von der Anschaffung bis zu Zollgebühren berichten, was Sie für ein derartiges Vorhaben benötigen, worauf Sie achten sollten und wie Sie sich bestmöglich vorbereiten.
Tobias Friedrich ist Schriftsteller und Musiker und seit vielen Jahren Autor für die Mac Life. Den hier beschriebenen Van hat er konzipiert und in England ausbauen lassen. Auf diversen Touren durch Europa schrieb er Artikel für die Mac Life und überarbeitete Teile seines Romans „Der Flussregenpfeifer“.
Das Fahrzeug
Der schnellste Weg zum Arbeitsmobil ist der Kauf eines ausgebauten Modells, ob neu oder alt. Ich wollte aber ein nicht nur optimal praktisches Gefährt, sondern auch ein ästhetisch ansprechendes, schließlich hatte ich vor, viel Frei- und Arbeitszeit in dem Wagen zu verbringen. Diese Maßgabe führte zu der Anschaffung eines Mercedes Sprinters aus der Reihe Junge Sterne. Hierbei handelte es sich um einen Wagen, der ein Jahr lang bei einem Umzugsunternehmen seinen Dienst verrichtet hatte, dann von Mercedes „refurbished“ und schließlich mit, in meinem Fall, 30.000 Kilometern zum halben Preis angeboten wurde. Das Auto war also fast neu und dafür erstaunlich günstig. Eine mögliche Ratenzahlung machte den Deal perfekt.
Nach einiger Recherche entschied ich mich für einen Ausbau in England, da es für meine Vorstellung eines Interieurs in Deutschland keinen Anbieter gab. Dies mag inzwischen anders sein, jedoch ist auch die Vorlaufzeit zu beachten, die oft ein Jahr und mehr beträgt. In London waren es drei Monate, und die Website der Firma zeigte Ausbauten, die meiner Wunschvorstellung sehr nahe kamen.
Natürlich kann man die Planung der Inneneinrichtung sowie die Implementierung der kompletten Elektrik, Licht, Solar und allem Geschreinerten auch selbst in die Hand nehmen. Hierbei muss ich jedoch vor allzu großem Selbstbewusstsein warnen. Zahlreiche fachlich Versierte sind an einer derartigen Aufgabe, die viel Detailwissen erfordert, bereits gescheitert. Auch der Zeitaufwand wird gerne unterschätzt, ebenso die Menge an Material, die erforderlich ist, und die exakte Reihenfolge des Ausbaus. Egal wer es am Ende in Angriff nimmt: Ein solider Ausbau dauert vier bis acht Monate, Minimum. Je rudimentärer, desto kürzer, selbstverständlich.
Der Innenausbau
Wollen Sie nicht mit Kerzen, Gas-Kartuschen und Unmengen an Akkus hantieren, sollte der Arbeits-Van über Solarpaneele mit ordentlicher Wattzahl verfügen. Mit 100 Watt beispielsweise kommt man für ein Arbeitsleben unterwegs nicht sehr weit; gerade MacBooks ziehen eine Menge Strom! In meinem Fall haben 250 Watt ihren Dienst erfüllt, über mehr wäre ich aber auch nicht traurig gewesen. Ein Anschluss für Landstrom ist, wenn möglich, ebenso ratsam.
Wie genau ein Van gestaltet ist, bestimmt den Tagesablauf, und auch das sollte nicht unterschätzt werden. Ein Bett, das morgens ab- und abends aufgebaut und bezogen werden muss, kann das Leben selbst an den schönsten Orten zur nervlichen Qual machen. Daher gilt: Ein möglichst fest installiertes oder schnell hergerichtetes Bett sowie ein nicht zu kleiner Arbeitsplatz – im Idealfall eine Tischplatte, die man abnehmen und verstauen kann – sind essentiell für das Home-Office in der Natur. Wie bequem das Zubereiten von Kaffee und Mahlzeiten sein soll, muss jeder für sich entscheiden, jedoch war ich für meinen brauchbar großen Kühlschrank jeden Tag dankbar.
Das alles bedeutet, dass der Traum vom Arbeiten im Paradies eine pekuniär prekäre Sache sein kann. Planen Sie, diese Art der Freiheit und Selbstbestimmtheit für Ihre beruflichen Aufgaben dauerhaft oder zumindest mehrmals im Jahr zu genießen, lohnt sich Detailversessenheit jedoch genauso wie eine gesunde Investition. Denn bei allen kleinen und großen Problemen ist das Verfassen von E-Mails mit Blick auf den Gardasee oder den Atlantik für meinen Geschmack dem auf das nächste Bürogebäude deutlich vorzuziehen. Ganz nebenbei werden auch reine Urlaube in so einem Gefährt zu einem flexiblen Spaß.


Die nachfolgenden Geräte sind nicht lebensnotwendig, ergänzen Ihr Digital-Nomad-Setup aber sinnvoll.
Plaud Note Pro (190 Euro): Mit diesem KI-gestützten Aufnahmegerät in Kreditkartenform können Sie eine Konferenz mit mehreren Leuten am Campingtisch genauso aufzeichnen wie Telefongespräche. Das Gerät fasst Ihnen im Anschluss sogar alles Wesentliche zusammen.
Matador SEG28 (270 Euro) & Peak Design Outdoor Backpack (ab 180 Euro): Rucksäcke und Taschen können einem schnell auf die Nerven und kaputt gehen. Peak Designs Rucksäcke dürften selbst die Apokalypse überleben, so leistungsstark sind sie gebaut und als Mittelding zwischen Tasche für Material und Rucksack für Outdoor-Trips perfekt. Gleiches gilt für Matadors SEG28, der unter anderem dadurch besticht, dass er acht leicht zugängliche Frontfächer hat, um Gepäck thematisch klug zu trennen. Beide Firmen bieten auch diverse Bag-Organizer und Packing Cubes, die nicht nur bei längeren Fahrten den Unterschied zwischen perfekter Struktur und Chaos ausmachen. Ordnung ist als Digitaler Nomade mehr als das halbe Leben.
Beyerdynamic Aventho 300 (280 Euro): Für Video-Calls, aber auch Entspannung zwischendurch ist ein hochwertiger Kopfhörer Pflicht. Der Aventho 300 vereint die wichtigsten Van-Life-Funktionen, lange Akku-Laufzeit (fünfzig Stunden), Tragekomfort, auch mehrere Stunden am Stück, sowie einen hervorragenden Klang.
Gustav Organizer (245 Euro): Eine einfache, aber für das entspannte Arbeiten unterwegs wunderbar praktische Lösung hat das Unternehmen Gustav parat. Der Organizer ist nicht nur ein Laptop-Ständer, sondern eine kleine Büro-Kiste mit Griff, in die alles Wichtige passt. Sowohl für einen Einsatz im Camping-Bus als auch im Café ist der Gustav gut geeignet.
Das Equipment
Neben Ihrer Arbeitsausrüstung, die vermutlich aus einem MacBook oder iPad plus iPhone besteht, sind ein paar Dinge vonnöten, die lapidar erscheinen, das Büro auf vier Rädern aber erst zu einem solchen machen. Ganz wichtig: Licht! Was lächerlich klingt, ist von größter Bedeutung. Ein oder zwei kleine Lämpchen werden für jegliche Arbeit jenseits des Bildschirms nicht reichen, und oft, gerade an traumhaften Locations, fällt die Bürozeit in den Abend.

Um sicher und ohne Ausfälle autark arbeiten zu können, ist Strom das A und O. Hier braucht es einen doppelten, besser dreifachen Boden. Neben Solarkraft vom Dach, durch aufstellbare Paneele oder Landstrom vom Campingplatz kann Ihnen ein kleiner Generator das Leben retten. Auf meiner Reise kam bislang ein Jackery Explorer 2000 mit 200-Watt-Paneelen zum Einsatz. Da dieser nicht leicht ist und den Umfang eines Rucksacks hat, steige ich derzeit auf den Explorer 300D um (240 Euro). Er ist kaum größer als eine Trinkflasche, bietet Ihnen 90.000 mAh und kann neben einer kabelgebundenen Ladung oder per Solar-Paneele auch über den Autoadapter geladen werden. Dass er seinen Dienst auch bei minus fünfzehn oder plus fünfundvierzig Grad verrichtet, ist ebenso nützlich. Für Arbeitsstunden in Cafés habe ich komplementär die kompakten, magnetischen Akkus Power Capsule von Twelve South (10.000 mAh, 60 Euro) sowie die Powerbank mit Ständer von Fresh’n’Rebel (5.000 mAh, 35 Euro) verwendet. Für alle iPad-Nutzer: Leider bietet es, wie bekannt, nur wenige Anschlüsse, so dass ich hierfür zusätzlich das Foldable Hub von Satechi (80 Euro) dabeihatte.
Reichlich spießig mag das Vorhandensein eines Handstaubsaugers klingen. Doch selbst wenn Sie mit Ihrem Van nicht am Strand stehen, wird Ihr Arbeitsraum schnell dreckig und staubig. Handlichkeit ist jedoch wichtig, Platz ein wertvolles Gut. Ich habe mit dem Blowvac von Hoto (115 Euro) gute Erfahrungen gemacht, da das Gerät ordentlich Kraft bietet und gleichzeitig Blätter wegpusten oder Luftmatratzen aufpumpen kann und kaum Raum für sich beansprucht. Vom selben Hersteller gibt es auch den äußerst kompakten Werkzeugkasten Hoto Kit (ab 52 Euro).
WLAN unterwegs
Ohne WLAN geht nichts, auf frei verfügbares Internet an Zwischenstationen würde ich mich nicht verlassen. Zwei Maßnahmen funktionieren jedoch hervorragend: Ein Mobilfunkvertrag mit grenzenlosem Datenvolumen sowie ein Gerät, das Ihnen zusätzlich mobiles WLAN sichert. Innerhalb der EU ist das Daten-Roaming seit einigen Jahren nicht mit Mehrkosten verbunden, für fast alle Länder außerhalb gibt es bei den seriösen Anbietern bezahlbare, gesonderte Tarife.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit dem sogenannten Solis Pro (266 Euro) als Back-up-Lösung gemacht. Für das smartphonegroße Gerät benötigen Sie keine SIM-Karte, das Datenvolumen buchen Sie bequem in der dazugehörigen App. Für High-Speed-6E-WLAN mit 100 Gigabyte Volumen in Europa und Afrika zahlen Sie bei Solis um die 60 Euro pro Monat, können dafür aber mehrere Geräte verbinden. Der Solis Pro dient zudem als Akku (8.000 mAh), ist sehr robust und hält vierundzwanzig Stunden, bevor er aufgeladen werden muss.
Auch der Platzhirsch AVM bietet mit der Fritz!Box 6825 (129 Euro) einen Router für unterwegs, der in Verbindung mit Ihrem Mobilfunkvertrag oder einer eigenen SIM-Karte WLAN aufbaut. Günstig und – für Fritz!Box neu – auch per USB-C zu laden.
Chris, bevor wir zu den Details kommen: Welche Route haben Sie während Ihrer dreimonatigen Arbeitsreise gewählt?
Für mich ging es von Berlin über Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Rumänien bis nach Bulgarien und Griechenland. Zurück bin ich mit der Fähre nach Bari in Italien und über Bozen und den Brenner nach Deutschland.
Was waren die ursprünglichen Beweggründe, überhaupt loszufahren, um das Leben als Digitaler Nomade anzugehen?
Bei mir hatten sich im Arbeitsalltag einige mentale Verschleißerscheinungen bemerkbar gemacht, also musste ich etwas machen, das mich aus meiner Komfortzone holte und trotzdem zu meinem Alter – weit jenseits der 40 – passte. Ein voll ausgestatteter Mercedes Sprinter Camper-Van, den ich übernehmen konnte, schien mir perfekt für dieses Projekt.
Wie lief die erste Nacht im Camper?
Ich habe den Fehler gemacht und auf eine beliebige Buchungsplattform vertraut, die mich letztlich zu einem verschlossenen Campingplatz führte. Der Platzwart war so nett, mir den Code für die Schranke zu geben, so dass ich und mein Begleiter, mein Hund, eine Nacht auf einem menschenleeren Campingplatz verbracht und es geliebt haben!
Wann trat das erste Problem auf?
Direkt im Anschluss. Meine Victron-Batterie für die Elektronik im Van-Inneren war sofort leer, was für eine 120-Ah-Batterie merkwürdig ist. Da ich mit Elektrik nicht bewandert bin, fragte ich ChatGPT, und siehe da, als ich dem Dienst einen Screenshot aus der Victron-App gezeigt habe, sagte mir die KI, dass meine Konfiguration auf eine Blei- statt einer Lithium-Batterie eingestellt war. So konnte sie nicht gescheit laden und schaltete sich zudem bei fünfzig Prozent ab. Zwei Klicks später war das Problem behoben.
Gab es auch Schwierigkeiten jenseits der Technik?
(Lacht) Ja, zum Beispiel einen Angriff von Nutrias (Biberratten), die mich und meinen Hund sogar gebissen haben. Merke: Ein Desinfektionsspray im Verbandskasten kann nicht schaden. Auch ein Reifenwechsel mitten in der Pampa war dabei, sowie die Erkenntnis, dass man bei niedrigen Temperaturen ein spezielles Winter-LPG-Gas mit hohem Propananteil für die Truma-Gas-Heizung braucht. Jenseits des Sommers kann ich also auch eine Wärmflasche und Eisenoxid-Wärmepads empfehlen.
Wie lief es mit der Arbeit im Van?
Gemischt. Ich habe gelernt, dass man explizit ruhige und nicht nur schöne Orte dafür suchen sollte, egal ob Video Calls anstehen oder konzentrierte Textarbeit. Auch auf Campingplatz-WLAN sollte man sich nicht verlassen. Ein Mobilvertrag mit gutem EU-weiten Daten-Roaming oder ein mobiles WLAN sind meiner Ansicht nach Pflicht. Ein unkaputtbarer Industrierouter ist zum Beispiel der Teltonika RUTX50.
Wie fällt Ihr Fazit aus?
Trotz der Probleme großartig. Ich war auf einer Hippiefarm in Ungarn, auf einem rumänischen Weingut, habe wahnsinnig schöne Landschaften gesehen und ungeheure Gastfreundschaft erfahren. Es war lustig und manchmal aufregend. Genau das, was ich mir gewünscht hatte. Die Erkenntnis war außerdem: Alles, was Sie über Camper wissen müssen, lernen Sie auf der Reise.
Wenn das Van Life einer Regel unterliegt, dann der, dass jeder Zentimeter zählt. Sitzbänke müssen Stauraum sein, Platz hinter der Fahrerkabine ein Ort für die Tischplatte, und eine Spülbeckenabdeckung dient bestenfalls zugleich als Schneidebrett. Doch auch bei der Technik gilt: Klein und handlich gewinnt! Hier kommen ein paar Vorschläge, welches technisch nützliche Equipment kaum Platz kostet.
Benötigen Sie zusätzlichen Speicher für Ihre iPhone-Videos, gibt es die fingerbreite Planck Creator SSD (1) von Shiftcam (295 Euro) mit ein oder zwei Terabyte Speicher. Einfach die flache SSD an Ihr Gerät stecken und schon können Sie mehr und länger filmen und die Ergebnisse blitzschnell auf Ihren Mac übertragen. Ideal für Influencer.
Wer unterwegs und womöglich bei Regen in einem kleinen Van arbeitet, wird unterschiedliche Arbeitspositionen schätzen lernen. Für Stunden am Laptop passt der Ständer von Roost (2) (95 Euro) ausgezeichnet auch in das kleinste fahrende Büro. Zusammengefaltet kaum größer als ein Zollstock, ist die flexibel einstellbare Halterung zudem äußerst leicht. Für iPads bietet Twelve Souths Curve Mini (3) (50 Euro) ähnliche Merkmale.
Andere Länder, andere Steckdosen: Matadors Global Travel Adapter (4) (40 Euro) lässt Sie in über einhundertsiebzig Ländern immer den richtigen Anschluss an Strom haben.
Weil sie so gut in diese Rubrik passen, will ich auch noch ein paar Empfehlungen für kompakte, robuste und schnelle SSD-Festplatten geben. Die Mitnahme bitte nicht geringschätzen, Backups und zusätzlicher Speicher sind immens wichtig, die Geräte dafür angenehm schlank: Samsungs Portable SSD T7 Shield (5) (ab 220 Euro), oder für 8 TB Sandisks Extreme (6) (980 Euro) leisten auf diesem Gebiet ganze Arbeit.
Die ultimativ minimalistischen Lade-Lösungen bietet Twelve South mit dem Butterfly 2-in-1 MagSafe Charger (7) (80 Euro) – der kompakte Gehilfe ist kaum größer als eine Apple Watch und lädt sowohl die Watch als auch Ihr iPhone – und Rolling Squares Tau2 Akku (8) (40 Euro), in den sowohl ein USB-C- als auch ein Lightning-Kabel integriert sind.
Müssen Sie unterwegs Stimmen einfangen, könnte das wohl kleinste Ansteck-Mikrofon der Welt von Instamic, das Pro Plus C (9) (230 Euro), passen. Verschiedene Halterungen werden mitgeliefert, ein Windschutz ist zusätzlich erhältlich. Plauds Notepin S (10) (180 Euro) ist nur unwesentlich größer, wartet dafür mit KI-Fähigkeiten auf. Benötigen Sie ein Mikro direkt am iPhone, empfehle ich Shures MV88 (11) Stereo-Mikrofon (170 Euro).
Zu guter Letzt noch ein Accessoire, das ein bisschen wie ein Gag wirkt, aber speziell im Sommer Gold wert sein kann. Aukeys Gamefrost (12) (50 Euro) bringen Sie magnetisch am iPhone an, um es bei heißen sommerlichen Temperaturen zu kühlen. Neben dem eingebauten Mini-Ventilator verfügt der Gamefrost auch über einen Akku und eine LED-Lampe.
Sicher ist sicher
Eine der größten Fragen vor längeren Reisen mit einer Menge Equipment ist die nach der Sicherheit. Ganz generell: Eine gute Alarmanlage mit Sensoren an den Fenstern gehört zu den Anschaffungen, die ich nur empfehlen kann. Gleiches gilt für eine Dashcam, die auch nachts Bewegungen registriert. Tipp: Selbst, wenn Sie keine Alarmanlage haben oder installieren wollen, würde ich raten, Aufkleber an jedem Fenster anzubringen, die das Vorhandensein einer solchen signalisieren. Zu Fensterabdeckungen oder Gardinen rate ich ebenfalls, um neugierigen Blicken vorzubeugen.
Darüber hinaus habe ich mir eine kleine Armee an AirTags zugelegt. Ich bin jedoch immer noch auf der Suche nach schlanken Halterungen und Taschen für diese, so dass ich sie quasi unsichtbar an Geräten, Taschen, Gegenständen anbringen kann. Für den Schlüsselbund gibt es ein Accessoire wie den Keysmart Air (27 Euro), in dessen AirTag-Schlaufe zahlreiche Schlüssel passen und an den Sie zusätzlich einen Infrarot-Autoschlüssel anbringen können.
In einer Brieftasche mit Kreditkarten ist ein AirTag eher schwer unterzubringen. Hier verschafft aber die Aircard Pro von Rollingsquare (40 Euro) Abhilfe. Dünn wie eine Kreditkarte, kann man sie mit Apples „Wo ist?“ verbinden; zudem hält der kabellos ladbare Akku bis zu zwölf Monate, und ein QR-Code, mit dem Finder Kontakt zu Ihnen aufnehmen können, ist ebenso integriert.
Beachtenswert
Die eingangs erwähnten Zollgebühren gibt es in der EU nicht mehr, und auch nach Großbritannien können Sie prinzipiell alles kostenfrei einführen. Nur für größere, noch verpackte Produkte benötigen Sie für einen Trip nach England eine Zollanmeldung. Zudem müssen Sie für Touren in europäischen Ländern mit Mautgebühren oder Kosten für Vignetten rechnen, sollten Sie Autobahnen oder Tunnel nutzen. Über 41 Länder verlangen für das Nutzen verschiedener Strecken Gebühren. Anbieter wie Bip & Go oder Vintrica bieten sogenannte Mautboxen an, mit denen Sie die Warteschlangen an den Schranken umgehen können.
Und letztlich der No-Brainer: Die ADAC-Gold-Mitgliedschaft sollte Voraussetzung sein, denn eine Panne irgendwo im Nirgendwo kann einem das Leben als Digitaler Nomade extrem verleiden.
Fazit
Natürlich hätte ich auch auf viele der genannten Anschaffungen verzichten können. Für mein reibungsloses und vor allem genießbares Arbeiten unterwegs waren die Geräte jedoch wichtig. Müsste ich mich auf ein Element festlegen, so wäre es neben einem leistungsstarken Mobilfunkvertrag ausreichend Strom. Kann ich das Leben als Digitaler Nomade empfehlen? Absolut! Zumindest allen, die nicht ausnehmend zimperlich sind und mindestens ein kleines Abenteuer-Gen in sich haben, sowie etwas Geld investieren können und wollen.
Sicher Reisen
Zur Verfügung gestellt wird diese App vom Auswärtigen Amt. In einer übersichtlichen alphabetischen Liste werden hier Reisewarnungen angezeigt und tagesaktuell die dahinter stehenden Gründe vermittelt.
Park4Night
Die vielleicht wichtigsten zehn Euro geben Sie als Digitaler Nomade für diese App aus. Wenn Sie schöne, wilde, ruhige, entlegene Orte zum Übernachten finden und sich das Geld für Campingplätze sparen wollen, ist Park4Night perfekt. Hier erhalten Sie auf einer Karte alle Infos zu Stellplätzen, Gebühren, Camping-Spots und Services, wo Sie kostenfrei oder in besonders schöner Umgebung übernachten können. Die Community der App ist zudem leidenschaftlich aktiv und stellt in der App weitere Infos und Fotos zur Verfügung.
Caramaps
Park4night nicht unähnlich, aber mit etwas mehr Emphase auf Campingplätzen, ist Caramaps. Besondere Merkmale sind die prominent platzierten Filter am oberen Bildschirmrand, mit denen Sie schnell wichtige Services wie Strom, Duschen, Frischwasser, WCs oder Wäschereien in Ihrer Nähe entdecken.
Pindrop
Pindrop hat schon fünfzehn Jahre auf dem Buckel, wird aber ständig aktualisiert und verfügt über ein sinnvolles Konglomerat an Funktionen. Mit der Anwendung können Sie Orte markieren, Routen individuell planen, Orte mit Tags versehen und organisieren, Besuche nachverfolgen, Notizen und anderen Content hinzufügen sowie Daten und weitere Services integrieren.

Tobias Friedrich führt den Beweis, dass man mit einem Mac wirklich alles machen kann – Romane schreiben eingeschlossen. 1969 in Göttingen geboren und inzwischen überzeugter Berliner, hat er in seiner Karriere Musik komponiert (für seine Bands Viktoriapark und Husten), Sachbücher verfasst, ein Musikmagazin herausgegeben und die Berliner Musik-und-Lese-Show „Ein Hit ist ein Hit" mitgegründet. Sein Debütroman „Der Flussregenpfeifer“, die wahre Geschichte eines Mannes, der 1932 mit dem Faltboot auf Weltreise ging, landete auf der SPIEGEL-Jahresbestsellerliste. Für die Mac Life schreibt er, wie man kreativ und produktiv bleibt: ob als digitaler Nomade oder als Romanautor mit Deadline.











